Farbcodes

Wer immer dachte, Farben in Comics sind zufällig gewählt, der irrt sich.

e-Trado GmbH

In Comics spielen Farben eine entscheidende Rolle,
besonders bei den Haaren

In Comics spielen Farben eine entscheidende Rolle, besonders bei den Haaren

Als Comic bezeichnet man die Erzählung einer Geschichte durch eine festgelegte Abfolge von Bildern, die in der Regel gezeichnet sind. Es gibt aber auch beispielsweise fotografische Varianten. Die Ursprünge dieser Kunstform gehen bis in das Altertum zurück. Im Prinzip kann man bereits frühe Höhlenmalereien als Vorläufer der bildhaften Erzählung verstehen, wenngleich hier natürlich noch keine Textelemente vorhanden waren. Letztere sind übrigens keine zwingende Voraussetzung; es gibt zahlreiche Comic-Erzählungen, die ohne jeden Text auskommen. Obwohl der Zusammenhang sich beinahe aufdrängt, sind ägyptische Hieroglyphen eine andere Kategorie, denn hier werden die Bilder nicht zur Erzählung einer Geschichte verwendet, sondern zum Ausdruck bestimmter Laute.

Moderne Comics begannen in Zeitungen

Die heutige Form der Comicgeschichten ist noch gar nicht so alt. Obwohl es bereits seit mehreren hundert Jahren gezeichnete Bildergeschichten gibt, die dem Comic schon sehr ähnlich sind, fanden die klassischen Ausdrucksformen wie Sprechblasen und Panels erst in den letzten einhundert Jahren Eingang in die Kultur. Damals waren die Variationen noch sehr begrenzt, da die Comicstrips (also „komische Streifen“) vornehmlich in Tages- und Wochenzeitungen erschienen. Sie waren also sowohl hinsichtlich der Länge der Erzählsequenz als auch vom Format her an die Vorgaben der jeweiligen Zeitungen gebunden. Allerdings entwickelte sich aus den zunächst sehr kurzen Einzelstrips schon bald die Fortsetzungsgeschichte, die jeden Tag (oder jede Woche) um einen kleinen Teil ergänzt wurde. Dadurch wurde es möglich, auch komplexe Handlungsabläufe darzustellen. Gleichzeitig diente es in gewisser Weise auch der Förderung des Zeitungsverkaufs, denn ähnlich wie beim literarischen Fortsetzungsroman wollte der Leser natürlich keine Folge verpassen, um auf dem Laufenden zu bleiben. Doch auch bereits Ende des 19. Jahrhunderts gab es Künstler, die sich nicht in eine bestimmte Schublade stecken ließen. So können viele Werke des berühmten Schöpfers von „Max und Moritz“, Wilhelm Busch, durchaus mit modernen Konzeptionen des Comics in Verbindung gebracht werden. Da der Begriff „Comic“ im allgemeinen Sprachgebrauch eher mit lustigen Geschichten in Verbindung gebracht wird, haben sich weitere Begriffe wie „Graphic Novel“ etabliert, die ein „ernsthafteres“ Publikum ansprechen sollen.

Farbe Schwarz: In den westlichen Comics werden meist Bösewichte, Femme Fatales oder auch die großen Superhelden mit schwarzen Haaren dargestellt, weil sie Mut, Tatendrang und Stärke suggerieren. In den japanischen Mangas und Anime ist das anders: Hier sind es meist die etwas schüchternen Persönlichkeiten, die die Helden der Serie darstellen. Sie haben schwarze Haare (z.B. Ranma ½, Tenchi Muyo), weil das in Japan die meistverbreitteste Haarfarbe ist und darstellen soll, das die Charaktere ganz normale Menschen sind. Diese Typen sind meist sehr Ernst und ungewollte Helden, sie sind ruhig und zurückgezogen und vielleicht auch etwas traditionell. Deshalb werden auch oft Shinto-Priester (siehe Rei Hino "Sailor Moon") mit schwarzen Haaren dargestellt.

Blütezeit der Superhelden

Erst in den 1930er Jahren gingen einige Verlage (vor allem in den USA) dazu über, die Geschichten auch als eigene Hefte bzw. Comicbücher zu veröffentlichen. Meist handelte es sich dabei um Kurzgeschichten verschiedener Zeichner und Genres. Ein sehr populärer Vertreter dieser frühen Publikationen war „The Shadow“. Zu einer bis heute bestehenden Ikone wurde allerdings Superman, der schon bald eine eigene Heftreihe bekam. Neben den sehr beliebten Superhelden und Detektiven gab es natürlich auch die eher lustige Form, bei der häufig vermenschlichte Tiere die Hauptrolle spielten, wie im Disney-Universum. Nach dem Krieg fand das Medium endgültig auch Eingang in die deutsche Kultur. Besonders beliebt waren die Superhelden in ihrer Blütezeit der 1960er Jahre. Damals entwickelten sich auch weitere Erscheinungsformen, die das Heft um Alben und Taschenbücher ergänzten. Der Vertrieb fand hauptsächlich über den normalen Zeitschriftenhandel statt, während es heutzutage beinahe in jeder größeren Stadt mindestens einen spezialisierten Comic-Laden gibt, bei dem man sämtliche Neuerscheinungen bekommen kann. Speziell für Sammler erfüllen diese Shops eine wichtige Funktion, da viele ältere Werke nur noch antiquarisch zu bekommen sind.

Farbe Blond: Grundsätzlich sind in Animes und Mangas blonde Charaktere die süßen, hilflosen Mädchen. Sie sind unschuldig und rein und leben für das, an das sie glauben. Sie sind sehr loyal und die Wahrheit, Aufrichtigkeit und Freundschaft gehen ihnen über alles. Mit dem Thema "Dumme Blondine", wie sie bei uns gern dargestellt werden, hat das nicht viel zu tun. Die Blonden sind selbstständige und starke Charaktere. Sie sind bei den Japanern sehr beliebt, denn sie strahlen einen gewissen exotischen und geheimnisvollen Touch aus, da naturblonde Haare in Japan nicht vorkommen. Aber nicht alle sind so rein und niedlich. Auch reiche verzogene Gören werden gerne blond dargestellt, weil das sehr vornehm wirkt.

Auch andere Kulturen lieben Bildergeschichten

Ebenfalls sehr populär wurde in den vergangenen dreißig Jahren die japanische Erzählform namens Manga. Sie ist durch ihren sehr eigenen Zeichenstil geprägt, der sich unabhängig vom Autor durch die meisten Werke zieht und einen gewissen Wiedererkennungswert besitzt. Da in Japan von rechts nach links gelesen wird, werden auch die Mangas in dieser Form erstellt. Für die Veröffentlichung in westlichen Ländern gibt es daher zwei Formen der Umsetzung. Zum einen können die Bücher nach japanischem Vorbild schlicht „von hinten nach vorne“ gedruckt werden, so dass keine weiteren Veränderungen notwendig werden. Zum anderen gibt es Verlage, die sämtliche Seiten der Erzählung spiegeln, damit man sie wie gewohnt von links nach rechts lesen kann.

Farbe Grün: In westlichen Comics kommen grüne Haare eigentlich nur bei Charakteren vor, die keine normalen Menschen sind (z.B. Lady Polaris (Lorna Dane) oder X-Men) oder bei außerirdischen Lebewesen und Punks. Bei Anime und Manga ist das nicht viel anders. Grün sieht man eher selten, und wenn, wird es meist nur als Schattierung für Blau oder Schwarz benutzt. Grünhaarige Charaktere sind sehr loyale und manchmal auch rücksichtslose Menschen, die über Leichen gehen, um an ihr Ziel zu kommen (Michiru (Sailor Neptune) von "Sailor Moon", Ryoko von Tenchi Muyo ). Jedoch sind es meist nur Nebenfiguren, die aus dem Hintergrund agieren und keine große Rolle für die Story spielen.


Schundliteratur?

Pädagogen und Eltern sehen Comics noch heute zum Teil sehr kritisch. Häufig werden sie unreflektiert und pauschal als „albern“ oder „gewalttätig“ abgetan, wobei besonders die Verwendung von Sprechblasen lange Zeit als Symbol der sprachlichen Verkümmerung der Jugend galt. Doch wie bei allen Medien gilt auch hier, dass der Inhalt über die Wertigkeit einer Geschichte entscheiden sollte und nicht die Erscheinungsform. Wer zum Beispiel die deutschen Übersetzungen der frühen Disney-Geschichten durch Dr. Erika Fuchs liest, stellt fest, dass sie sprachlich ohne Weiteres sehr hohen Ansprüchen genügen. Nicht umsonst besitzen diese Werke heute einen echten Kultstatus.